St.Galler Tagblatt, 12. April 2007

Bernecker Kulturgut bleibt erhalten

Neben dem Schlössli, einem traditionsreichen Bernecker Haus, wurde das bisherige Bildstöckli durch eine exakte Kopie ersetzt.

von Samuel Tanner

Das Schlössli ist eines der noch verbliebenen, historisch interessanten Bauten in Berneck. Es beheimatet drei Familien. Auf der einen Seite des Hauses, direkt am Schlössliweg, stand während langer Zeit ein Maria-Denkmal. Da das alte Bildstöckli jedoch ziemlich mitgenommen aussah, überlegten sich die Bewohner des Hauses zusammen mit der Denkmalpflege, wie man das symbolträchtige Kleinod erhalten könnte.

Denkmalpflege kontaktiert

Gerhard Häni, der schon mehr als dreissig Jahre im Schlössli wohnt, war von Beginn an am Projekt beteiligt: «Wir involvierten als Erstes die Denkmalpflege. Aufgrund von Gesprächen, sowie den Expertenbetrachtungen stellte sich bald heraus, dass ein kompletter Neubau des Bildstöcklis am meisten Sinn macht.» Auch eine Restauration habe man in Erwägung gezogen, doch man habe schnell gemerkt, dass «es schlicht zu kostspielig geworden wäre», sagt Christoph Holenstein, der beauftragte Steinmetz aus St. Gallen. «Das Denkmal muss schon einmal heftig gelitten haben. Da man anno dazumal aber nur Mörtel über die gerissenen Stellen zog, kamen diese schnell wieder zum Vorschein», so Holenstein weiter. Während den zwei letzten Tagen errichteten er und zwei Lehrlinge seiner Firma das neue Denkmal, welches originalgetreu nachgebaut wurde. Der verwendete Sandstein kommt aus der Region, von der Firma Gautschi aus St. Margrethen. «Wir waren sehr erfreut, dass wir diesen Auftrag bekamen, denn Arbeiten in dieser Art sind nur selten und darum umso schöner», freute sich Holenstein. Die Finanzierung des Projekts – es kostet 8000 Franken – übernehmen die Gemeinde, die Bürgergemeinde, die Denkmalpflege (sie ist Teil des Kulturamtes des Kantons) sowie zu einem grossen Teil die Bewohner des Schlösslis. Über den geschichtlichen Hintergrund des Baus weiss man nicht alles, mit Sicherheit kann man hingegen sagen, dass das Bildstöckli an einem Prozessionsweg lag. «In den 70er-Jahren wurden die letzten Prozessionen durchgeführt», erinnert sich Häni. Die weiteren Pfeiler dieses Weges waren die Kapelle am Kübach in Berneck sowie das Denkmal am Littenbach in Au.

Eine besondere Rolle

Gerhard Häni ist es wichtig, dass das Schlössli weiterhin eine Geschichte erzählen kann. Dabei spielt das Bildstöckli eine besondere Rolle, weil es Passanten sofort ins Auge sticht.

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