St.Galler Tagblatt - 29. September 2003

St. Otmars neue Hand

Kurz vor Pfingsten verlor die Brunnenfigur Hand und Stab. Der Vandalenakt gab Anlass, den ganzen Brunnen zu restaurieren. Die Reliefs von August Rausch kommen nun wieder zur Geltung.

von Josef Osterlander

Auf dem Becken des Otmar-Brunnens im Inneren Klosterhof ist ein Zyklus zum Leben des Heiligen abgebildet: Erst tritt Otmar als junger Novize ins Kloster ein. Auf dem zweiten Bild übt er selber das Amt des Abtes aus. Anschliessend sieht man ihn beim Dienst an den Kranken; dann verleumdet und in Fesseln vor dem königlichen Gericht, schliesslich verbannt auf der Insel Werd. Das letzte Bild zeigt die Überfahrt über den See mit brennenden Kerzen und wundertätigem Fässchen. Dieser ganze Reliefzyklus war zuvor von einer dunklen Patina bedeckt. Nun hat ihm der Steinmetz Christoph Holenstein die ursprüngliche Frische zurückgegeben. So erfreulich die Restauration, so bedenklich der Anlass, der sie auslöste. Kurz vor Pfingsten müssen sich Nachtbuben an der Brunnenfigur zu schaffen gemacht haben. Jedenfalls fand man sie eines Morgens mit abgeschlagener Hand. Diese lag in Stücken am Boden; der Stab selbst weit weggeschleudert. Nun hat Christoph Holenstein den als Heiler bekannten Heiligen wieder geheilt, gleichzeitig auch die schadhaften Stellen der ganzen Figur restauriert und verfestigt; rechtzeitig auf das Gallus- und Otmarsfest hin.

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