Das renovierte Bildstöckli wurde feierlich geweiht. Dank der Initiative der Schlössli-Eigentümer strahlt das kleine Wegzeichen wieder im alten Glanz.

St.Galler Tagblatt, 31. Mai 2007

«Unter Marias Fürbitte»

Das renovierte Bildstöckli wurde feierlich geweiht. Dank der Initiative der Schlössli-Eigentümer strahlt das kleine Wegzeichen wieder im alten Glanz.

von Maya Seiler

Bei der Einmündung des Schlössliwegs in die Taastrasse, an der Mauer des Hauses Schlössli, befindet sich seit alters her ein Bildstöckli mit der Maria Muttergottes. Wie Pfarrer Joseph Benz in seiner Predigt erwähnte, war den Menschen die Fürbitte Marias schon immer wichtig. Darum wurde sie oft in Wegkreuzen oder Bildstöckli abgebildet. Das Schlössli-Bildstöckli hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich.

Barocke Formen

Wie Bildhauer Christoph Holenstein aus der Form und den Verzierungen schliessen konnte, stammt das Wegzeichen aus dem Zeitalter des Barock. Die heutige Marienstatue wurde viel später hinzugefügt. Aber Fachmann Holenstein erkannte im Medaillon im Sturz ein Mariensymbol, also war das Bildstöckli schon immer ein Marienheiligtum. Vor zwei Jahren, als sich die Stockwerkeigentümer vom Schlössli, die Familien Castelazzi, Häni und Thurnheer, entschlossen, das Wegzeichen zu renovieren, war es fast schon zu spät. Das Steinwerk befand sich in einem so schlechten Zustand, dass eine Sanierung nicht mehr in Frage kam. Das kleine Bauwerk hatte wohl unter den Schäden gelitten, welche ein Brand des Hauses Schlössli in den 20er oder 30er Jahren des letzten Jahrhunderts verursacht hatte. Die Schäden waren nur notdürftig mit Mörtel ausgebessert worden. Die geschweifte Bank mit den Konsolen, die seitlichen Gewände und der reichverzierte Sturz wurden aus St. Margrether Sandstein massstabgetreu kopiert. Einzig der Hintergrund der Statue mit Wolke und Strahlenkranz, sowie das schützende Gitter konnten erhalten werden. Nachdem auch die Maurer- und Verputzarbeiten von Kläus Büchel und Giovanni Cataldi fachgerecht ausgeführt worden waren, strahlt das Wegzeichen wieder im alten Glanz.

Grosszügige Unterstützung

Die Restauration war nur durch die grosszügige Haltung der Denkmalpflege und die finanzielle Unterstützung der Katholischen Kirchgemeinde, der politischen und der Ortsbürgergemeinde möglich. Pfarrer Joseph Benz segnete das wiedererstandene Bildstöckli in einer eindrücklichen Zeremonie.

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